Symbol skandinavischer Verbundenheit
Seit 25 Jahren verbindet die Öresundbrücke Dänemark und Schweden – und gilt längst als Symbol für das moderne Skandinavien. Die Verbindung zwischen Kopenhagen und Malmö steht nicht nur für technische Ingenieurskunst, sondern auch für kulturellen Austausch, Mobilität und ein gemeinsames Lebensgefühl im Norden.
Als die Öresundbrücke am 1. Juli 2000 eröffnet wurde, war sie weit mehr als ein neues Verkehrsprojekt. Erstmals wurden Dänemark und Schweden durch eine feste Verbindung über den Öresund miteinander verknüpft. Die insgesamt knapp 16 Kilometer lange Konstruktion besteht aus einer Brücke, einer künstlichen Insel und einem Tunnel. Entworfen wurde die Brücke vom dänischen Architekturbüro Dissing+Weitling, das unter anderem auch an der Storebælt-Brücke zur Insel Fünen beteiligt war. Die Konstruktion verbindet funktionale Ingenieurskunst mit einer zurückhaltenden, klaren Formensprache, wie sie für skandinavisches Design typisch ist.
Die Vision dahinter war klar: Menschen, Wirtschaft und Kultur enger zusammenzubringen. Was damals ambitioniert klang, ist heute gelebter Alltag.
Brücke, Insel und Tunnel
Die Öresundbrücke ist die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr. Wer über den Öresund reist, nutzt eigentlich drei Bauwerke zugleich. Von Schweden kommend führt die Strecke zunächst über die knapp acht Kilometer lange Schrägseilbrücke. Anschließend verläuft sie über die künstlich angelegte Insel Peberholm, bevor sie durch einen vier Kilometer langen Tunnel nach Kopenhagen weitergeht. Peberholm entstand aus dem Aushubmaterial des Tunnelbaus. Die Insel wurde weitgehend sich selbst überlassen und entwickelte sich zu einem wertvollen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Heute dient sie vor allem der Forschung und dem Naturschutz.
Mit ihren über 200 Meter hohen Pylonen prägt die Schrägseilbrücke das Erscheinungsbild der Öresundverbindung.
Bild: Drago Prvulovic
Wo Brücke und Tunnel aufeinandertreffen: Die künstliche Insel Peberholm ist ein zentrales Element der Öresundverbindung zwischen Dänemark und Schweden.
Bild: Jan Kofod Winther
Die künstliche Insel Peberholm wurde nach dem Bau weitgehend der Natur überlassen – heute ist sie ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten.
Bild: Øresundsbron / Peter Brinch
Zwei Länder, eine Region
Die neue Verbindung veränderte den Alltag vieler Menschen nachhaltig. Zwischen Malmö und Kopenhagen entwickelte sich eine gemeinsame Arbeits- und Wirtschaftsregion. Tausende Pendlerinnen und Pendler überqueren täglich den Öresund, während Reisende die beiden Städte bequem in weniger als 40 Minuten per Zug erreichen können. Auch touristisch eröffnete die Brücke neue Möglichkeiten. Ein Tagesausflug ins Nachbarland gehört heute für viele Menschen diesseits und jenseits des Öresunds ganz selbstverständlich dazu.
Ein Symbol der Zusammenarbeit
Die Öresundbrücke steht für ein typisch nordisches Selbstverständnis: Offenheit, Zusammenarbeit und grenzüberschreitendes Denken. Sie verbindet nicht nur Straßen und Gleise, sondern auch Menschen, Sprachen und Kulturen.
Internationale Bekanntheit erlangte die Brücke zudem durch die erfolgreiche Krimiserie „Die Brücke“, die den Übergang zwischen Dänemark und Schweden zum Schauplatz ihrer Handlung machte. 25 Jahre nach ihrer Eröffnung ist die Öresundbrücke längst mehr als ein Verkehrsbauwerk. Sie steht für die Idee, dass Verbindungen Menschen näher zusammenbringen können – und dafür, wie aus einer mutigen Vision eine gemeinsame Region entstanden ist.
Bei Tag und Nacht verbindet die Öresundbrücke Menschen, Städte und Kulturen auf beiden Seiten des Öresunds.
Bild: Øresundsbron
Blick von der künstlichen Insel Peberholm auf die Öresundbrücke.
Bild: All rights Peter Brinch Photographer
Erscheinungszeitpunkt: August 2026
Redaktion: mk Medienmanufaktur GmbH